Zum zweiten Mal haben sich Schülerinnen und Schüler der Klassen 5/1, 7/3 und 10/1 gemeinsam mit Frau Knepel und Herrn Wähmer am Freitag, den 17. April, mit dem Strömungsmechaniker und Maschinenbauingenieur Prof. Egbers sowie seinem Kollegen Stefan Richter getroffen.

Nachdem beim letzten Besuch vor allem theoretische Inhalte zu den Themen GeoFlow und AtmoFlow im Mittelpunkt standen, gab es dieses Mal auch anschauliche Einblicke. Die Schülerinnen und Schüler konnten unter anderem eine VR-Brille ausprobieren und so erleben, wie es sich anfühlt, sich in der Schwerelosigkeit zu bewegen. Dabei konnten sie das Columbus-Modul virtuell erkunden und mithilfe von Joysticks Gegenstände wie Quader für einen Experimentierkasten, eine Kamera oder sogar eine Cornflakes-Packung bewegen.

Außerdem erhielten unsere Schüler:innen vertiefende Informationen zum Kugelschalenexperiment „GeoFlow“ auf der Internationalen Raumstation ISS. Dieses Projekt wurde ursprünglich gestartet, um geophysikalische Prozesse im Erdinneren besser zu verstehen. Im Fokus stehen dabei Strömungen im flüssigen äußeren Erdkern sowie im zähflüssigen Erdmantel. Die Forschenden untersuchen, wie sich Strömungen unter Einfluss von elektrischen Feldern und gezielt erzeugten Temperaturunterschieden verhalten, da sich so künstlich Kräfte erzeugen lassen.

Um die störende Wirkung der Erdanziehungskraft zu vermeiden, führen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Experimente auch bei Parabelflügen durch. Dafür nutzen sie einen speziell umgebauten Airbus A310 in Bordeaux (Frankreich). Während dieser Flüge herrscht für jeweils etwa 22 Sekunden Schwerelosigkeit. Auf der ISS hingegen ist dieser Zustand dauerhaft gegeben. Dadurch können dort radiale Kraftfelder unterschiedlicher Stärke erzeugt werden – gewissermaßen ein Modell einer „kleinen Erde“. Denn auf der Erde wirkt die Schwerkraft überall zum Erdmittelpunkt hin: Ein Apfel fällt in Cottbus ebenso „nach unten“ wie in Australien. Die Experimente auf der ISS werden durch Strömungssimulationen ergänzt. Beide Bereiche profitieren voneinander: Die experimentellen Ergebnisse verbessern die Simulationen, während diese wiederum Hinweise auf interessante Versuchsparameter liefern.

Zum Abschluss erhielten sie von Prof. Egbers und Stefan Richter zwei Bücher über den Astronauten Dr. Gerhard Thiele sowie seine Tochter, die Meteorologin Dr. Insa Thiele-Eich, die von 2017 bis 2020 die Astronautengrundausbildung absolvierte.

Im Rahmen eigener Recherchen fanden wir außerdem heraus, dass die Ingenieurin und Polarforscherin Dr. Rabea Rogge im Jahr 2025 als erste deutsche Astronautin ins All flog. Sie startete in Florida mit einer Falcon-9-Rakete in einer Dragon-Kapsel und umkreiste gemeinsam mit drei weiteren Crewmitgliedern die Erde auf einer besonderen Umlaufbahn über Nord- und Südpol.


Text: Henriette (10/1) und Herr Wähmer

Video und Fotos: Leia, Nele und Lara (7/3)

Austesten der VR-Brillen